Gruppenbild der Teilnehmer vor dem Tempel in Garni

Im Oktober 2016 nutzen 25 armenischen und georgische Studierende und junge Absolventen die Möglichkeit, sich während des Projekts „Interkulturalität in Theorie und Praxis“ weiterzubilden. Im Seminar drehte sich in zwei Teilen alles um interkulturelle Kommunikation.

Zunächst hat Iris Rehklau, Associate bei SeminarsSimulationsConsulting (SSC) Europe, theoretischen und praktischen Übungen zu interkulturellen Situationen durchgeführt. Hier wurden unter anderem Simulationen gespielt, mit deren Hilfe sich die Teilnehmer in eine fremde Kultur versetzt fühlten und nachempfinden können, welche Emotionen dabei entstehen können.

Im zweiten Teil haben wir uns mit den Übertragungen der Märchen beschäftigt. Im Zuge des zunehmenden Kulturkontakts im 19. Jahrhundert wurden die Märchen der Brüder Grimm in die Sprachen des Kaukasus übertragen – nicht übersetzt. So hat z. B. der armenische Nationaldichter Howhannes Tumanyan einige Motive, Figuren und Handlungen aus den Grimm’schen Märchen ins Armenische übertragen und andere übersetzt. Ähnliches ist im Georgischen geschehen. Daraus resultiert eine Reihe armenischer und georgischer Märchen, die zwar Ähnlichkeiten zueinander und zu den deutschen Volksmärchen aufweisen, jedoch von der jeweiligen Gesellschaft im kollektiven Gedächtnis als originär armenisch bzw. georgisch wahrgenommen und tradiert werden. Im Resultat dessen ist heute nur wenigen Armeniern oder Georgiern bewusst, wie viele Gemeinsamkeiten der jeweils eigenen traditionellen Volksmärchen mit jenen der Nachbarkultur bestehen.

Diese zu analysieren und selbst ein Märchen in die Sprache einer anderen Kultur zu übertragen war die Aufgabe der Teilnehmer – die auf diese Weise eindrücklich erleben konnten, was von einer Sprache in eine andere übersetzt und was eben nur kulturell übertragen werden kann.

Gefördert vom DAAD aus Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA)

Teilnehmer im Seminar

Teilnehmer bei der Stadtführung